10-Auf-dem-hoechsten-Gipfel-der-Tour

Die NaTour pur Tester waren auf dem Liechtensteiner Panoramaweg unterwegs!

8. Oktober 2010 08:56

Unsere NaTour pur Tester Gaby und Joachim haben vom 21. bis 23. September 2010 den Liechtensteiner Panoramaweg (regionale Wanderland Schweiz-Route Nr. 66) unter die Lupe genommen. Im folgenden Bericht erzählen Sie von Ihren Erlebnissen:

3 Tage NaTour pur!

Dienstag, 21.09.10: Malbun – Steg

Nach der Übernachtung im Hotel Gorfion in Malbun (sehr zu empfehlen!) und nach einem reichhaltigen Frühstück mit allem, was das Herz begehrt, startet unser dreitägiges Abenteuer um 10 Uhr an der Talstation der Bergbahn in Malbun bei strahlendem Sonnenschein. Dort werden wir schon erwartet: von unserer Betreuerin von Ostschweiz Tourismus und der Fahrerin von SwissTrails, die unser Gepäck entgegennimmt.

Wir nehmen nicht die Bergbahn, sondern gehen zu Fuss ca. 45 Minuten bergauf und sind begeistert, als wir hier schon die ersten Murmeltiere sehen. Als wir den Grat erreichen, zweigt der Weg rechts ab und auf einem wunderschönen Pfad – dem Fürstin-Gina-Weg – mit herrlichen Ausblicken erreichen wir nach ca. zwei Stunden den Augstenberg (2359 m ü. M.), die höchste Erhebung auf unserer Drei-Tages-Tour. Hier machen wir die erste Rast und geniessen die herrliche Sicht auf die uns umgebenden Gipfel.

Dann geht es – gut gestärkt – weiter zur Pfälzerhütte. Es geht zum Teil steil bergab, aber alle schmalen oder steilen Stellen sind gesichert. Bei der Hütte ist es sehr turbulent: Neben zwei Schulklassen, treffen wir dort viele Wanderer, die sich hier vom Fürstin-Gina-Weg erholen und das reichhaltige Verköstigungsangebot nutzen. Wir machen nur kurz Pause, da wir ja noch eine längere Tagesetappe vor uns haben.

Der Weg Richtung Sücka/Steg führt steil bergab und hier begegnet uns die nächsten zwei Stunden kein einziger Wanderer. Unten angelangt sind wir kurz irritiert, da ein Weg ohne Beschilderung rechts abzweigt, aber unser Gefühl sagt, dass der eher zurück nach Malbun führt. Also gehen wir weiter und entdecken bald auch wieder eine weiss-rote Markierung und kommen an eine Weggabelung mit Wegweiser nach Steg/Sücka, die uns durch das Erlengebüsch zu einem eiskalten Bergbach führt, an dem wir kurz Rast machen und wenigstens die Füsse abkühlen. Durch Wald und entlang von Schieferhängen kommen wir – ca. 30 Minuten vor dem Ziel – dann wieder an eine etwas „zweideutige“ Abzweigung. Ein Weg führt nach oben mit einem roten Pfeil an der Mauer und ein Weg führt nach unten. Wohin? Eher in Richtung Pfeil, aber ein Waldarbeiter, dem wir nach ca. 10 Minuten Fussmarsch begegnen, schickt uns wieder abwärts. Nach diesem kleinen Umweg gelangen wir dann glücklich und sehr zufrieden zum Berggasthof Sücka, wo wir sehr herzlich empfangen werden. Das Gepäck wartet schon im Trockenraum auf uns. Nach einem kleinen Sonnenuntergangsspaziergang lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Mittwoch, 22.09.10: Steg – Gafadura Hütte

Um 7 Uhr aufstehen, duschen, packen, und nach einem reichhaltigen Wanderfrühstück geht es um 8.30 Uhr wieder auf Wanderschaft. Unser Gepäck deponieren wir im Trockenraum zur Abholung und zum Weitertransport nach Ruggell, da ein Transport zur Gafadurahütte mittwochs nicht möglich ist. Dies ist aber überhaupt kein Problem für uns, da wir schon oft mehrere Tage mit all unserem Gepäck gewandert sind und es wunderbar finden, diese Tour mit weniger Gepäck als sonst durchführen zu können.

Ein Schild am Gasthof lässt uns staunen: 4 Stunden 10 Minuten bis zur Gafadurahütte – in unserem Wanderführer ist die Rede von 6 Stunden. Mal sehen! Durch den kleinen Tunnel der früheren Strasse führt uns ein wunderschöner Weg mit Rheinblick bis zu einer Abzweigung, an der wir ein altes Schild entdecken „Kurhaus Sücka – Touristenlager“ – das gehört allerdings der Vergangenheit an, wir haben in einem kuscheligen, gemütlichen Doppelzimmer übernachtet, obwohl es natürlich auch noch Gruppenzimmer gibt.

Weiter geht’s zur Alp Silum mit wunderschönen alten Holzhäusern und Kühen, die sich beim Abschlecken der Holzlasur von uns nicht stören lassen. Dann wird es spannend: der Einstieg in den Fürstensteig. Unsere Befürchtungen erweisen sich als unbegründet: wenn man einigermassen schwindelfrei und trittsicher ist, ist dieser aussergewöhnliche, in Stein gehauene Weg mit gigantischen Ausblicken, gut zu schaffen. Wir sind so stolz, als wir am Gafleisattel angekommen sind! Aber unsere Tour ist ja noch nicht zu Ende. Vom Kuhgrat hat man eine wunderbare Rundumsicht und es ist sehr schwer vorstellbar, dass das nächste Ziel – der Garsellikopf – überhaupt auf unserem Weg liegt, denn von einem Weg ist nichts zu sehen – nur nackter Fels. Nach einem kurzen Abstieg folgt der Aufstieg zum Garsellikopf. Dort teilen wir gerne unsere Vesper mit den zahlreichen Bergdohlen, die uns sogar aus der Hand fressen.

Gut gestärkt gehen wir nun unser letztes Gipfelziel – die Drei Schwestern – an. Nach einer kleinen Kraxelei sind wir bald auf dem Gipfel. Oben fragt man sich, wie/wo der Weg nun wohl weiter geht. Die Frage eines anderen Wanderers: „Wo geht es denn hier runter?“ wird von einer Frau mit „überall“ beantwortet, worauf alle in schallendes Gelächter ausbrechen. Es ist einfach herrlich, hier oben sein zu dürfen, den Moment zu geniessen und das gemeinsam zu erleben. Wir sind glücklich! Der aus unserer Sicht härteste Teil der Tour folgt aber noch: der sehr steile, felsige Abstieg, der zwar immer wieder gesichert ist, aber trotzdem muss man sich bei jedem Schritt voll konzentrieren. Und der restliche Weg zum Sarojasattel ist sehr feucht und man muss gut aufpassen, dass man auf den Steinen und Wurzeln nicht ausrutscht. Ein Wanderer, der diesen Weg in- und auswendig zu kennen scheint, sagt uns, dass es hier immer feucht ist und man immer sehr aufpassen muss.

Der letzte Teil der Wanderung mit Sicht auf die immer näher kommende Gafadurahütte geht praktisch wie von selbst – in Vorfreude auf die wirklich wunderbare Sonnenterrasse, auf der wir den Tag mit einem sehr leckeren Abendessen ausklingen lassen. Da es in dieser Hütte lediglich kaltes Wasser am Waschbecken im Gästeklo gibt und keine Duschen, begnügen wir uns mit einer „Katzenwäsche“. Insgesamt haben wir für diesen Teil der Tour 6.30 Stunden gebraucht (abzüglich der Vesperpausen) und die in Sücka angegebenen 4.10 Stunden sind wohl eher fern der Realität eines Durchschnittswanderers.

Donnerstag, 23.09.10: Gafadura Hütte – Ruggell

Die Gruppenunterkunft in der Gafadurahütte hatten wir mit drei Wanderern (alle über 70!) geteilt, mit denen wir sehr viel Spass hatten. Beim Frühstück (mit gutem selbstgebackenem Brot) erfolgte ein ausführlicher Austausch von Wandertipps und wir nahmen dafür gerne den etwas späteren Start in unseren „Endspurt“ in Kauf. Um 8.45 Uhr ging’s dann los – nach einem herzlichen Abschied vom Hüttenwirt und von „Prinz“, dem Hüttenhund, der sehr viele Streicheleinheiten von uns bekam und von dem wir uns kaum trennen konnten. Nach all den Highlights der letzten zwei Tage ist der Abstieg durch den Wald nach Planken unspektakulär. Aber wir geniessen es, heute nicht mehr ganz so vorsichtig auf jeden Schritt achten zu müssen. Und wir erfreuen uns an den vielen schönen Eindrücken und Ausblicken: seien es die wunderschönen Häuser, die liebevoll gestalteten Gärten, die Wiesen voller Herbstzeitlosen, den Blick zurück auf die Drei Schwestern.

Wir können es kaum glauben, dass wir dort oben waren! Heute geht es aber kaum noch bergauf oder bergab. Wir gehen weiter nach Nendeln – durch Wald und Wiesen und bei Schaanwald wieder heraus aus dem wunderschönen Wald. Wir stellen fest, dass wir in den ersten zwei Tagen so viele Fotos gemacht haben, dass die Kamera leider keinen Platz mehr für weitere Fotos hat. Aber die Eindrücke sind deshalb nicht weniger schön: so auch der Schellenberg als letzter „Gipfel“ auf unserer Tour. Ein bisschen wehmütig legen wir die letzte Wegstrecke hinunter nach Ruggell zurück, wo im Cafe Oehri unser Gepäck schon auf uns wartet.

Fazit: Die Route 66 ist wirklich eine einzigartige, wunderschöne Tour, die für geübte Wanderer uneingeschränkt zu empfehlen ist!

Kategorie: Allgemein, Wandern

Kommentare (1)

 

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